… kommunizieren Hund und Katze verbal untereinander oder mit ihrem Herrchen resp. Frauchen. Die nonverbalen Signale können aber ebenso gedeutet werden, auch wenn es da einige Unterschiede zwischen Katzen und Hunden gibt. Unsere Autorin versucht uns die Welt der Haustiersprache näher zu bringen.
Schon wieder ein Kratzer, wer kennt das nicht? Selbst als langjährige Katzenbesitzerin verstehe ich meine Katzen manchmal falsch, was ich zwischendurch auch zu spüren bekomme. Der Grund liegt oft in einer unterschiedlichen Kommunikation von Mensch und Tier. Genau wie wir Menschen kommunizieren Tiere vor allem durch Körpersprache. Wir Menschen verstehen das aber oft falsch, was zu Missverständnissen in der tierischen Kommunikation führt. Dies kommt auch daher, weil es Unterschiede zwischen Hund und Katze gibt. Vielen Menschen sind die typischen Unterschiede, wie das Schwanzwedeln, bewusst, was bei Hunde Freude bedeutet und bei Katzen eine Warnung ist. Jedoch gibt es noch weitere Quellen für Fehlkommunikation.
Ich zeige dir meinen Bauch
Oft hört man, dass es ein Zeichen der Unterwürfigkeit oder eine Aufforderung zum Streicheln ist, wenn Hunde ihren Bauch zeigen, dies stimmt jedoch nicht immer. Häufig ist es eine Aufforderung zum Spielen, oder eine Deeskalationsgeste für andere Hunde – den Unterschied kann man dem Gesichtsausdruck und der Stellung der Rute ablesen. Manche Hunde haben sich dieses Verhalten auch angewöhnt, weil sie merken, dass sich ihre Halter*innen darüber freuen.
Bei einer Katze wiederum ist es oft ein Ausdruck dafür, dass sie sich wohlfühlt und dem Menschen vertraut, und nicht unbedingt eine Einladung zum Streicheln. Auch können Katzen aus dieser Position sehr gut angreifen, weil alle Pfoten frei sind und der Nacken geschützt ist. Streichelt man eine Katze am Bauch, kann die Hand optimal attackiert werden. Viele Katzen mögen es gar nicht, am Bauch berührt zu werden oder wenn, dann nur kurz.
Das freundliche Zwinkern
Eine Gemeinsamkeit zwischen Hunden und Katzen ist das Zwinkern. Sie schliessen langsam die Augen oder zwinkern, um auszudrücken, dass sie ihrem Gegenüber freundlich gestimmt sind. Bei Hunden ist es auch eine Beschwichtigungsgeste, die sie einsetzen, wenn sie überfordert sind, oder dem anderen mitteilen wollen, dass sie nichts Böses wollen. Dies kann man sich zunutze machen, wenn man ein neues Tier kennenlernt oder ein verunsichertes beruhigen möchte. Jedoch sollte man vermeiden, den Tieren weiter in die Augen zu starren, da dies Aggressivitätsbereitschaft ausdrückt. Aus diesem Grund gehen Katzen auch oft auf Menschen zu, die keine Katzen mögen, weil sie bewusst weggucken, nicht starren oder laut sind.
Wuff und Miau
Neben der Körpersprache drücken sich die allermeisten Tiere auch verbal aus, so bellen Hunde nicht nur, um ihren Besitzer*innen etwas mitzuteilen, sondern auch, um mit anderen Hunden zu kommunizieren. Mehrheitlich bellen Hunde, um Aufmerksamkeit zu bekommen, jedoch kann es auch aus Angst, Frustration oder Nervosität sein. Auch bei den Hunden gibt es mitteilsamere, wie etwa der Yorkshire Terrier und andere kleinere Terrier. Katzen nutzen ihr Miauen, um sich mit ihren Halter*innen zu verständigen. Sich machen sich lautstark bemerkbar, um zu demonstrieren, dass sie etwas wollen, wie z.B. Aufmerksamkeit oder Futter. Je nach Katzenrasse gibt es auch besonders gesprächige, bekannt dafür ist etwa die Türkisch Van.
Verstehen die Tiere uns auch?
Tiere verstehen auch die Körpersprache des Menschen, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Hunde können sehr gut Kommandos nach Handzeichen befolgen. Vorausgesetzt man hat die Geste genug oft mit dem Kommando geübt, dann kann auch nur noch eine Handbewegung reichen. Katzen und Hunde erkennen durchaus einen Tadel, wenn man die Hände in die Hüfte stützt oder den Finger drohend schwenkt.
Manche Menschen begeben sich auch intuitiv auf die Höhe des Tieres. So können sie auf einer «Ebene kommunizieren» und wirken damit weniger bedrohlich. Eine fremde Katze wird eher zu einem kommen, wenn man in die Knie geht, besser noch, wenn man auf Augenhöhe ist. Manche Tiere lernen auch die «falsche» Körpersprache, wie zum Beispiel, das in die Augen starren vom Menschen, welches nicht aggressiv gemeint ist.
Bei Tieren, die man nicht kennt, sollte man lieber die obengenannte Körpersprache einsetzen und lesen. Bei meiner scheuen Katze hilft mir das Zwinkern, um sie zu beruhigen. So vertraut sie mir mehr und rennt nicht so oft weg.


